Tumorchirurgie/Kehlkopfkrebs

Kehlkopfkrebs

Erste Anzeichen für Kehlkopfkrebs können sein: Veränderung der Stimme, Räuspern, Schluckbeschwerden, Kloß- und Engegefühl im Hals. Die Hauptursache für Kehlkopfkrebs ist das Rauchen, vor allem in Kombination mit erhöhtem Alkoholgenuss. Dabei sind Alkohol und Nikotin nicht nur Risikofaktoren, sondern fördern zudem direkt die Entstehung bösartiger Zellen in der Kehlkopfschleimhaut. Auch Viren und Asbest sowie Sodbrennen können bei der Entstehung des Kehlkopfkrebses eine gewisse Rolle spielen.

Der Kehlkopfkrebs – in der Fachsprache als Larynx-Karzinom bezeichnet – ist der häufigste bösartige Tumor im Kopf-Hals-Bereich. Betroffen von dieser Krebserkrankung sind meist Personen im mittleren Alter. In den allermeisten Fällen handelt es sich genau genommen um ein so genanntes Plattenepithelkarzinom. Das heißt, dass der Krebs aus den Zellen entsteht, die den Kehlkopf von innen auskleiden. Larynxkarzinome breiten sich mit der Zeit im Kehlkopf aus und wachsen schließlich ins umgebende Gewebe des Halses ein, wo sie in der Folge auch die Lymphknoten des Halses befallen können. Deshalb ist die Therapie unter anderem stark vom Zeitpunkt der Diagnosestellung abhängig. Nur sehr selten kommt es vor, dass der Tumor dann schon Ableger, so genannte Metastasen, zum Beispiel in der Lunge gebildet hat.

In den meisten Fällen entsteht der Kehlkopfkrebs im Bereich der Stimmlippen. Dabei zählen Veränderungen der Stimme wie eine anhaltende Heiserkeit zu den ersten erkennbaren Symptomen. Insbesondere Raucher sollten auf solche Veränderungen der Stimme achten, da sie speziell gefährdet sind, einen Kehlkopfkrebs zu bekommen.

Zusätzlich können bei den Betroffenen ein anhaltendes Fremdkörpergefühl sowie einen ständigen Räusperzwang und Hustenreiz auftreten. Keines dieser Symptome weist eindeutig auf einen Kehlkopfkrebs hin und sie sind alle auch bei weniger schweren Erkrankungen wie zum Beispiel bei einer akuten oder chronischen Kehlkopfentzündung zu beobachten. Aus diesem Grund sollte eine länger als zwei Wochen bestehende Heiserkeit in jedem Fall von einem Facharzt untersucht werden.

Ist die Erkrankung schon weiter fortgeschritten, entstehen oft Schmerzen beim Schlucken, welche bis ins Ohr ausstrahlen können. Das weit fortgeschrittene Stadium des Kehlkopfkrebses ist gekennzeichnet durch blutigen Auswurf, eine schmerzlose Lymphknotenschwellung im Bereich des Kopfes und Halses sowie unter Umständen durch eine Atemnot.

Drückt der Tumor aufgrund seiner Größe auf einen Nerv, können auch Gefühlsstörungen und Muskellähmungen im Gesicht auftreten.

Zusätzlich zu diesen Symptomen in der Region des Tumors beklagen sich die Betroffenen oft über Abgeschlagenheit, eine unerklärliche Gewichtsabnahme sowie dem Auftreten von Fieber, ohne dass eine verursachende Krankheit bekannt wäre.

Die Behandlung des Larynxkarzinoms richtet sich danach, in welchem Kehlkopfbereich der bösartige Tumor entstanden ist und wie weit er sich darin und in der Umgebung ausgebreitet hat. Die heute noch meist gewählten Behandlungsmethoden sind grundsätzlich die Operation oder Bestrahlung, wobei in den meisten Fällen die Operation die erste Therapieform darstellt, in einigen Fällen ergänzt durch die Strahlentherapie.

Ist nur ein kleiner Teil des Kehlkopfes befallen, kann dieser Anteil in einer Operation entweder durch den Mund oder durch einen kleinen Schnitt am Hals entfernt werden. Der Nachteil dieser Therapie ist, dass sich in vielen Fällen durch die Operation die Stimme der Betroffenen verändert. Bei fortgeschrittener Tumorausbreitung kann es nötig sein, dass durch eine Operation der gesamte Kehlkopf entfernt werden muss. Eine normale Atmung und normales Sprechen ist danach nicht mehr möglich. Zur Atmung wird am vorderen Teil des Halses eine künstliche Öffnung angelegt – ein so genanntes Tracheostoma. Durch ein intensives Sprachtraining kann eine besondere Technik des Sprechens erlernt werden, die sich zwar anders anhört, aber eine Kommunikation mit anderen Leuten weiterhin ermöglicht. Da in manchen Fällen auch die Lymphknoten im Halsbereich von Tumorzellen befallen sind, werden diese in derselben Operation ebenfalls entfernt. Nach den operativen Maßnahmen schließt sich meist eine Weiterbehandlung in Form einer Strahlentherapie an.

Je früher der Kehlkopfkrebs diagnostiziert wird, desto größer ist die Aussicht auf Heilung. Dabei hat ein Karzinom der Stimmlippen die besten Heilungschancen, da es durch das Symptom Heiserkeit relativ früh auffällt und deshalb in der Regel auch früh entdeckt wird. Patienten, die nach erfolgreicher Therapie eines Kehlkopfkrebses weiterhin rauchen, haben ein stark erhöhtes Risiko, dass der Tumor wieder entsteht, da die Schleimhaut bereits stark vorgeschädigt ist.